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jeder Zofe zu liebäugeln? Wie haben Sie alſo nur ſeine Liebeserklärungen ernſthaft nehmen mögen,
Weil ich eben kein Kammerkätzchen und keine Zofe bin, gnädige Frau, ſagte Mariane, weil ich zwar ein armes Mädchen bin, aber einer vornehmen adligen Familie angehöre, welche mir mindeſtens das Recht gegeben hat darauf zu halten, daß mein Name rein und meine Ehre unbefleckt erhalten werde! Graf Hector würde es nicht wagen mich ſo ſehr zu beſchim⸗ pfen, daß er mich mit dieſen leichtfertigen, ehrloſen Geſchöpfen, die man indeſſen ſowohl in den höchſten, wie in den niedrigſten Sphären findet, in eine Linie ſtellt! Er weiß und kennt mich, und ich darf Euer Gnaden verſichern, daß er mir niemals ein unehrer⸗ bietiges Wort geſagt, mir niemals eine beleidigende Zumuthung gemacht hat!
Ach, die Sache iſt alſo ernſthaft? fragte die Grä⸗ fin, ſichtlich beunruhigt.
Die Sache iſt ſo ernſthaft, daß der Graf i um meine Hand angehalten hat!
Und Sie? fragte die Gräfin athemlos.
Ich gnädigſte Gräfin? Ich habe mir bis heute Mittag eine Friſt ausbedungen, um ihm zu antworten! Ach, Sie ſind alſo noch nicht entſchloſſen, ſeine Hand anzunehmen? fragte die Gräfin mit zornigem


