bin Dir treu geweſen mit jedem Gedanken und jeder Regung meiner Seele! Nimm mich hin als Dein reines Weib, drücke Deiner Braut den Myrthenkranz ins Haar, ſie entweiht ihn nicht, denn ſie iſt es werth, ihn zu tragen!*
Oh, das iſt es alſo! murmelte der Graf. Das iſt ihre Stärke und ihre Widerſtandskraft. Sie liebt einen Andern!
Ja, ſie liebt einen Andern! ſagte Antonie trium⸗ phirend. Sie liebt einen edlen, treuen und ſchönen Mann, der arm iſt, wie ſie ſelber, aber den Muth hat zu arbeiten, und Kenntniſſe und Talente genug beſitzt, um ſich und ſeinem Weibe eine ehrenvolle Exiſtenz zu ſichern!
Oh, Sie haben mich verzagt und kleinmüthig geſehen, das macht, er war nicht hier, er ließ mich Wochenlang vergeblich auf ſeinen Anblick hoffen, und ich war eine Verbrecherin in dieſem einzigen Falle, — ich zweifelte an ſeiner Liebe! Aber jetzt, mein Herr, iſt er gekommen, und ich weiß jetzt, daß dieſe lange Trennung ein neuer Beweis ſeiner Liebe war, ein neuer Grund ihn zu achten und hochzuhalten! Er hatte ſich ſelber gelobt, nicht zu ſeiner Geliebten, zu mir, mein Herr, zu kommen, bevor er nicht eine


