Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
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Auch nicht Antonie Preſter? Weltheim erblaßte. Oh, die gewiß nicht! Ihre reine und edle Seele würde entſetzt zurückbeben vor

dieſen Planen! Nein, nein, Mariane, um das billigen

zu können, was wir wollen, muß ein wenig von der Verderbtheit und dem Haſſe der Welt in unſerer eigenen Seele mächtig ſein!

Und Antonie iſt ganz frei davon?

Ja, ſie iſt unſchuldig und rein! Und Gott möge ſie ſo erhalten!

Mariane brach in ein lautes, ſpöttiſches Lachen aus. Haben Sie Antonien ſchon geſehen, ſeit ſie in Berlin iſt?

Nein! Ich hatte mir geſchworen, ſie nicht ſehen

zu wollen, bevor ich nicht durch irgend einen Erfolg

und eine geſicherte Stellung mich wegen des Aufge⸗ bens meiner Stellung in Dresden vor ihr rechtfertigen könnte! Jetzt, da ich dies erlangt habe, werde ich zu ihr gehen, heute noch!

Ja, gehen Sie! ſagte Mariane. Gehen Sie und Sie werden vielleicht Ihren Engel der Unſchuld und Reinheit ein wenig verändert finden!

Alexander Weltheim ſah ſie mit entſetzten Blicken an und ſeine Lippen zitterten. Was wollen Sie da⸗ mit ſagen? fragte er bebend.