Teil eines Werkes 
1. Theil (1859)
Entstehung
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Herz. Seine Augen waren gen Himmel gerichtet, i zitternden Lippen bewegten ſich wie im ebet.

Es iſt alſo wahr, Du liebſt mich alſo! ſagte er dann, wie zweifelnd an dem Unerhörten, Köſtlichen.

Sie richtete ihr Haupt empor, und ſah ihn mit ſtrahlenden Blicken an: Carl, ich liebe nur Dich, und nichts mehr ſoll uns hienieden trennen! Ach, aber mein ganzes Leben wird zu arm ſein Dir zu lohnen, was Du für mich gethan und gelitten!

Aber wie, ſagte Carl, die reiche Sophie Blitz wählt mich, den armen, niedern Carl?

Nicht Du biſt arm, ſondern ich, ſagte ſie mit holdem Lächeln, und vor ihm niederkniend legte ſie ein Papier zu ſeinen Füßen nieder. Sophie hat gar nichts, gar kein Eigenthum mehr, Alles was ich bin und habe, iſt Dein.

Carl nahm das Papier und las.

Es war eine gerichtlich ausgeſtellte Schenkungs⸗ acte über ihr ganzes Vermögen, das ſie ihm ver⸗ ſchrieben hatte.

Ich bin arm, ganz arm, mein Carl! ſagte ſie, willſt Du mich nun verſchmähen, weil ich Dir nichs zu bieten habe, als meine Liebe?

Du biſt reich, denn Du bringſt das Glück, die Treue und die Liebe, rief Carl, weinend vor ſeliger Luſt, und die Geliebte in einer langen innigen Um⸗ armung an ſein treues Herz ziehend.