Teil eines Werkes 
1. Theil (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

16

hatte ſich Otto entſchloſſen, dieſe Viſiten mit zu machen, und als er es dann that, geſchah es mit einer völligen Reſignation und Ergebung, ohne ir⸗ gend eine Klage oder einen Vorwurf.

Schweigend und reſignirt verließ er nun jeden Morgen ſeine Arbeit, ſeine geliebte Werkſtatt, um die modiſchen Kleider anzulegen, die Minna ihm beſorgt hatte, und dann den eleganten Wagen zu beſteigen, un mit Madame Jelſa und Minna Viſiten zu ahren. Man ward überall mit Zuvorkommenheit em⸗ pfangen, und als nach Verlauf von acht Tagen dieſe Antrittsviſiten beendigt waren, ſagte die Freundin triumphirend: nun, meine theuerſte Minna, können wir uns dem ſüßeſten far niente hingeben und warten. Alle Welt iſt entzückt von Ihnen, und Sie werden ohne Frage die lionne dieſes Winters wer⸗

denn Man wird ſich beeilen, uns die nöthigen Ge⸗

genbeſuche zu machen, und dann werden die Geſell⸗ ſchaften ſich drängen.

Madame Jelſa hatte Recht gehabt, und in wenigen Wochen war Minna hinein gezogen in den Strudel geſelliger Vergnügungen und Zerſtreuungen. Ueberall war man entzückt und erfüllt von der lie⸗ benswürdigen jungen Frau, deren Schönheit man nicht genug preiſen, deren Anmuth und Verſtand man nicht müde werden konnte, zu bewundern und zu erheben.

WMinna war ſchön; in dem vollen Gefühl das Ziel erreicht zu haben, leuchtete ihr Auge in Stolz