Teil eines Werkes 
2. Theil (1859)
Entstehung
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E

Die prächtigſten Blumengewinde umrankten den Seſſel, Kränze hingen zu beiden Seiten des hohen alterthümlichen Stuhls und auf dem Tiſche davor prangte ein mächtiger runder Kuchen mit der zuckernen Deviſe: Heil unſerm Meiſter Otto! Und wie Otto das Alles betrachtete mit glänzenden, freude⸗ ſtrahlenden Augen ſahen die Burſchen lächelnd vor Glück und innerer Zufriedenheit über die gelungene Ueberraſchung zu ihrem Meiſter hin mit ſolchem Aus⸗ druck von Liebe und Glück, daß Minna's Augen ſich mit Thränen füllten und ihr Herz höher klopfte vor Freude und Stolz.

Wie Ihr das Alles ſchön geordnet und geſchmückt habt, ſagt Otto, und Minna meinte zu bemerken daß ſeine Stimme weniger feſt ſei, als ſonſt.

Wir haben es mit Freuden gethan, ſagte der älteſte der Geſellen, vortretend und ſeinem Meiſter die Hand darreichend, die dieſer herzlich in der ſeinen drückte; wir haben es mit Freuden gethan, denn es geſchah für unſern lieben Meiſter und Herrn. Da war keiner von uns. dem Sie nicht wohlgethan, Keiner, der nicht ein Liedlein hätte zu ſingen gewußt von Ihrer Großmuth und Menſchenliebe. Haben Sie nicht mich, als ich vor drei Jahren krank und arm nach Berlin eingewandert kam, und zu meiner Empfehlung nichts hatte als mein Elend, denn auch mein Wanderbuch hatte ich verloren, haben Sie da nicht aus reinem Erbarmen mich aufgenommen und mir ein Kämmerlein eingeräumt und mich ſelber gepflegt? Damals habe ich mir geſchworen, Ihnen