Teil eines Werkes 
1. Band (1860)
Entstehung
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Robe ungeſcheut bei jedem Hoffeſt anlegen, und wenn Sie ſagen: der Fürſt Kaunitz, der Kutſcher von Europa iſt es, der mein Kleid ſo ſchattirt hat, ſo wird Jedermann Sie beneiden, und das, was man ſonſt Flecken nennen könnte, wird an Ihrem blauen Atlaskleide ein Ehren⸗ denkmal genannt werden.

Die Lady indeſſen nahm dieſe Erklärung nur mit einem gezwungenen Lächeln auf, und fand keine Worte des Dankes für dieangenehme Ueberraſchung, welche ihr der Fürſt bereitet hatte. Schweigend und mit ziemlich mürriſchem Geſicht ſaß ſie neben Kaunitz da, und dieſes Schweigen, das an dem obern Ende der Tafel herrſchte, zog allmälig wie eine düſtere Wolke über die ganze Tiſch⸗ geſellſchaft hin. Die Geſichter wurden immer ernſter, die Geſpräche eintöniger und verſtummten nach und nach ganz. Man hörte nichts mehr als das Klappern der Gabeln und Meſſer auf den ſilbernen Tellern und den leiſen flüchtigen Schritt der präſentirenden Lakayen.

Das Geſicht des Fürſten Kaunitz hatte allmälig dieſem Schweigen gegenüber ſeine kalte, ſtolze Ruhe ver⸗ loren, und ſeine Augen hatten ſchon mehrmals finſtere, vorwurfsvolle Blicke hinüber geſchleudert nach der Gräfin Clary, die unfern von ihm ſaß und immer noch gewalt⸗ ſame Anſtrengungen machte mit den ihr nahe Sitzenden die Converſation aufrecht zu erhalten.

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