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meiſter die große Kryhſtallſchale mit dem aufgehäuften grünen Salat vor ihm hinſtellte,„meine Damen, ich will Ihnen jetzt ein Schauſpiel gewähren, das Ihre ſtaunende Bewunderung erregen wird. Sie werden ſehen, daß der Fürſt Kaunitz nicht bloß ein großer Staats⸗ mann, nicht bloß der beſte Reiter, der beſte Baumeiſter und Gartenkünſtler iſt, ſondern daß er, wenn er will, auch der beſte Koch ſein kann.“
Er nahm aus den Händen des Haushofmeiſters die lange dünne Flaſche entgegen, in welcher der vorſorgliche Koch, um Sr. Durchlaucht die Salatbereitung zu er⸗ leichtern, ihm alle Ingredienzen deſſelben ſorglich durch⸗ einander gemiſcht hatte, ſo daß der Fürſt nur noch die Mühe hatte, den Inhalt derſelben über den Salat aus⸗ zuſchütten und dieſen dann mit den beiden Löffeln von geſchnitztem Elfenbein durcheinander zu rühren.
Langſam und mit einer feierlichen Würde, als halte er eine Feder, um mit ihr ein wichtiges Staatsdocument zu unterzeichnen, hielt Fürſt Kaunitz die Flaſche empor und ſchüttelte den Inhalt derſelben durcheinander. Dann öffnete er den gläſernen Propfen und begann die öligte Flüſſigkeit über die grünen Salatblätter auszugießen.
„Milady,“ ſagte er, während er noch mit dem Gießen beſchäftigt war,„Milady, Sie werden da einen Salat eſſen, wie es keinen zweiten in Europa gibt; denn
1860. XXII. Kaiſer Leopold der Zweite. I. 15


