Er nahm die ſilberne Klingel von ſeinem Schreib⸗ tiſch und ſchellte dreimal.
Sofort öffnete ſich die Thür, die nach dem großen Kanzleizimmer führte, und der erſte Secretair und Vor⸗ leſer des Fürſten trat ein.
„Dictiren,“ ſagte Kaunitz lakoniſch, indem er mit einer gebieteriſchen Handbewegung nach dem großen Schreibtiſch deutete, der im Hintergrunde des großen Ca⸗ binets aufgeſtellt war.
Der Secretair Raidt ſchlüpfte leiſe auf den Zehen zu dieſem Tiſch hin, nahm auf dem lederbezogenen Seſſel vor demſelben Platz und ergriff die Feder.
„Depeſchenformat,“ befahl Kaunitz,„die officiellen üblichen Titulaturen für den engliſchen Staatsminiſter, Grafen Pitt.“
Fürſt Kaunitz ließ ſich langſam und majeſtätiſch wieder in ſeinen Lehnſeſſel niedergleiten, und mit lauter, feierlicher Stimme dictirte er ſeinem Secretair eine jener energiſchen und zugleich diplomatiſch feinen Depeſchen, auf deren Abfaſſung Fürſt Kaunitz ſich unendlich viel zu gut that, und von denen er gern behauptete, daß ſie mit ihm ausſterben würden.
„Unterzeichnen,“ ſagte Kaunitz dann in ſeiner er⸗ habenen, lakoniſchen Weiſe, und der Geheimſecretair Raidt eilte mit dem beſchriebenen Papier herbei, um es Sr.


