Teil eines Werkes 
1. Band (1860)
Entstehung
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Lage Europas ließ jetzt eine Verſöhnung der beiden deut⸗ ſchen Mächte wünſchenswerth erſcheinen, die Gräuel⸗ thaten, die ſich in Frankreich zutrugen, machten ſie täglich mehr zur Nothwendigkeit. Ich erinnerte mich des aller⸗ liebſten Reiſe⸗Abenteuers, von dem Sie mir erzählt, des romantiſchen Begegnens mit dem Incognito reiſenden Großherzog Leopold, Ihrer plötzlichen und ſchnellen Flucht vor den leidenſchaftlichen Bewerbungen des hohen Herrn, der freilich nicht daran gewöhnt ſein mochte, ſo ſtolz zurückgewieſen zu werden. Preußen bedurfte eines klugen und gewandten Unterhändlers, der geſchickt genug eine Annäherung der beiden Höfe ermöglichen möchte, und ich dachte an Sie. Ich kam zu Ihnen und machte Ihnen meine Vorſchläge. Ich täuſchte Sie nicht, ich hinterging Sie nicht, ich ſetzte Ihnen meine Plane auseinander, ich ſagte Ihnen ohne Umſchweife, was ich von Ihnen for⸗ derte, welche Dienſte Sie dem Staat und Ihrem König, ja Deutſchland und den bedrohten Monarchieen leiſten ſollten. Ich forderte Großes von Ihnen, aber ich ver⸗ ſprach Ihnen auch einen großen Lohn. Sie jauchzten auf vor Freude, Sie umarmten mich mit einer Innigkeit, wie Sie es nie zuvor gethan, Sie nannten mich Ihren Freund, Ihren Erretter, Sie ſchwuren, auf alle meine Plane einzugehen, Alles zu thun, was ich von Ihnen begehrte. Sie waren bereit ſchon am nächſten Tage mit