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Nun hob Fürſt Kaunitz allgemach ſein Haupt wie⸗ der empor, und ſeine großen blauen Augen wandten ſich mit einem kalten, ruhigen Blick wieder dem Haushof⸗ meiſter zu.
„Sagten Sie mir nicht, Damberg, daß die Frau Ihres Sohnes Ihnen kürzlich Ihr erſtes Enkelkind ge⸗ boren?“ fragte er.
„Zu Befehl, Durchlaucht, vor drei Tagen ward ihm ein Töchterchen geboren wir wollten es in einigen Tagen taufen laſſen, und freuten uns auf das luſtige Feſt, und—“
„Man ſoll ſich niemals auf Dinge freuen, welche noch der Zukunft angehören,“ ſagte der Fürſt mit feier⸗ lichem Kopfſchütteln.„Ich freute mich auch, als ich da⸗ mals meinen Sohn Richard, den ich ſo viele Jahre nicht geſehen, nach jahrelanger Abweſenheit wieder zurück erwartete. Aber er kam niemals hier an— ich erwartete ihn lange und erwartete ihn vergeblich. Seitdem weiß ich, daß es ſehr thöricht iſt, ſich auf Dinge zu freuen, welche noch der Zukunft angehören, ſondern daß man ſie mit Kälte und Ruhe erwarten muß. Aber laſſen Sie Ihr Enkelchen immerhin taufen, ich übernehme eine Pathen⸗ ſtelle bei ihr und werde ihr ein Pathengeſchenk von fünf Tauſend Gulden machen, das man bis zu ihrem ſech⸗ zehnten Jahr für die Kleine Zins auf Zins legen ſoll, da⸗


