Teil eines Werkes 
2. Band (1860)
Entstehung
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wenn Deine weichen und kräftigen Hände ſie nicht ein wenig lockert und ſtreichelt.

O Majeſtät, rief Fürſt Liechtenſtein, die Hand, welche Leopold ihm darreichte, an ſein Herz drückend, warum kann ich nicht lernen von Ihrer himmliſchen warum kann ich mein rebelliſch Herz nicht ſänf⸗ tigen!

Warum nicht? Weil Du jung biſt, mein Carl, und weil Dein Herz noch von keinen Schlägen des Schickſals gebeugt iſt, weil Du noch den Tod und die Endlichkeit aller Dinge, wie aller Gefühle nicht kennen gelernt haſt. Man wird erſt geduldig, wenn man viel ge⸗ litten hat, die Enttäuſchungen lehren uns Geduld. Wenn man jung iſt, möchte man die Welt erobern, oder ſich von ihr zerſchmettern laſſen; wenn man aber älter ge⸗ worden, hat man von ſeinen Enttäuſchungen und Schmer⸗ zen mindeſtens gelernt, die Welt zu nehmen, wie ſie iſt, weiß man, daß man durch Geduld und Liſt allein ihr einige Vortheile abzugewinnen vermag. Geduld und Liſt, das ſind die Waffen, mit denen allein der gereifte Mann noch zu kämpfen vermag; aber Dir, dem lebens⸗ kühnen Jüngling, Dir geziemt es noch zu glauben an den göttlichen Traum, daß man auch mit den Waffen der Wahrheit, der Begeiſterung, des kühnen Wollens die Welt beſiegen könnte. Sie werden Dir nur allzufrüh ſchon zer⸗