Erstes Capitrl. Der Kaiſer und die Geſandten.
Der Kaiſer hatte ſo eben das Laboratorium ver⸗ laſſen, in welchem er heute mehrere Stunden mit ſeinem Gelehrten Manfredini und ſeinem Liebling dem Fürſten Carl Liechtenſtein an der Zubereitung des Lebenselixirs gearbeitet hatte. Auf den Arm des jungen Fürſten ge⸗ ſtützt begab er ſich in ſein Kabinet zurück, und ſank hier hoch aufſeufzend in einen Fautenil nieder.
Fürſt Liechtenſtein betrachtete ihn mit züärtlichen, trauervollen Blicken.„Ew. Majeſtät ſehen bleich aus,“ ſagte er,„Sie ſollten dieſe Arbeiten im Laboratorium aufgeben, die Hitze wirkt ungünſtig auf Ew. Majeſtät leicht erregbare Nerven, und ich möchte Ew. Majeſtät beſchwören, mindeſtens auf einige Zeit nicht ſelbſt im Laboratorium ſich den Einwirkungen des Feuers aus⸗ zuſetzen.“.
1860. XXIII. Kaiſer Levpold ber Zweite. II. 1


