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Biſchofswerder wagte es die Schwelle dieſes Ge⸗ machs zu überſchreiten. Welch ein Anblick bot ſich ihm dar.
In wilder Unordnung ſtanden alle Meubles um⸗ her, umgefallene Tiſche, Stühle, die man in der Eilfer⸗ tigkeit des Hin⸗ und Herlaufens umgeſtoßen, lagen am Boden. In der Mitte des Raumes ſtand ein Bett, und um daſſelbe drängten ſich Aerzte und Wundärzte, Prieſter und Lakayen ſo dicht wie eine Mauer, und aus derſelben hervor vernahm man lautes Weinen, dumpfes Todes⸗ röcheln. Zetzt öffnete ſich dieſe Menſchenmauer ein wenig, einige Lakayen ſtürzten fort, neue Medicamente zu holen. Biſchofswerder konnte jetzt ſehen, hinein treten in den Kreis.
Er ſah da die Kaiſerin, welche ſich laut weinend und wehklagend über das Lager hingeworfen hatte, und in ihren Armen dieſe bleiche, röchelnde, in furchtbaren Schmerzen ſich windende Geſtalt; dieſer mit dem Tode ſchon ringende Kranke— das war Er— geſtern noch der mächtige Kaiſer, heute ein armer, ſchwacher, hilfloſer Menſch!—
Am Nachmittag dieſes Tages, am Nachmittag des 1. März 1792 trat der General Biſchofswerder todes⸗ bleich, mit feierlichem Ernſt in das Cabinet der Gräfin Wolkenſtein. „Wie ſteht's mit dem Kaiſer?“ rief ſie ihm angſt⸗


