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nicht annehmen, ſo will Se. Majeſtät dies einer Kriegs⸗ erklärung gleich erachten.“*)
„Armer, beklagenswerther Mann,“ ſeufzte Leopold. „Wie demüthigend, die Worte und Geſinnungen ſeiner Feinde für ſeine eigenen ausgeben zu müſſen!“ Er ſenkte ſein Haupt auf ſeine Bruſt und ſchaute ſtarr und trübe vor ſich hin. Die zuſammengeſunkene Haltung, die blei⸗ chen Wangen des Kaiſers machten Liechtenſtein erbeben, ganz unwillkürlich erinnerte er ſich der finſtern Prophe⸗ zeiungen, welche ihm geworden, und ein Gefühl des Schreckens und Entſetzens bemächtigte ſich ſeiner Seele.
„Ew. Majeſtät ſind unwohl, fürchte ich,“ flüſterte er bittend;„Ew. Majeſtät ſollten die Geſchäfte heute ru⸗ hen laſſen, und die Entſcheidung über dieſe Angelegenheit einige Tage hinaus ſchieben, bis—“
„Nicht doch,“ unterbrach ihn der Kaiſer,„ich will ſie raſch und ſchnell zu Ende führen. Herr Graf Cobenzl, die Kriegsrüſtungen werden nicht eingeſtellt und es bleibt bei unſeren Verabredungen mit Preußen. Preußen ſchickt eine Armee von fünfzigtauſend Mann nach Weſtphalen, Oeſterreich eine ebenſo ſtarke Armee nach den Niederlan⸗ den, ſo daß wir mit den jetzt ſchon dort vorhandenen Streit⸗ kräften auf der ganzen Grenzlinie eine Macht von ein⸗
*) Memoires d'un homme d'état. I. 238.


