Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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es ſchauen, Gnade bedeuten, es muß von aller Schuld und aller Strafe entſühnen. Ew. Majeſtät haben mich rufen laſſen, weil Sie mir ſagen wollen, daß ich frei bin, daß ich heimkehren kann nach meinem geliebten Paris!“

„Nun denn, es ſei ſo, Thervigne de Mericvurt, Sie ſind frei,“ ſagte der Kaiſer ernſt.„Und Sie haben Recht, Sie waren von dem Moment an frei, als der Fürſt Sie zu mir führte. Sie ſollen nach Paris zurück⸗ kehren, ich ſchreibe Ihnen keine Bedingungen vor, aber ich frage Sie: was werden Sie thun, wenn Sie wieder in Paris ſind?“

„Ich werde mir einbilden, der König habe mich in's Geheim zu ſeinem Miniſter ernannt; Cw. Majeſtät beſoldeten mich als ſolchen und hätten mir damals in Paris durch den Herrn Baron von Thugut mein Ge⸗ halt ſchon für ein Jahr voraus zahlen laſſen. Ich werde Alles das thun, von dem ich ſagte, daß es ein Miniſter des Königs jetzt thun müſſe, um das Volk mit dem König zu verſöhnen, um der Königin die Liebe des Volkes wieder zu gewinnen.“

„Wohlan, ſo gehen Sie, Thervigne,“ ſagte der Kaiſer.„Ich will annehmen, daß Sie für Ihren Ver⸗ rath durch ſechsmonatliche Haft ſchon hinlänglich beſtraft worden; ich will glauben, daß Sie den Willen haben,

1860. XXIV. Kaiſer Leopolb ber Zweite. III. 14