Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

21

daß ich Ihrer Großmuth gegenüber als ein alter, ertappter Geizhals beſchämt und mit niedergeſchlagenen Augen da ſtehen ſoll! Nein, ich nehme Ihre Bedingung nicht an, aber ich nehme Ihre Hand an, die Sie mir geben, um mich zu verſichern, daß Sie meine Miſſion annehmen. Nun, meine Hervine, bieten Sie mir noch einmal Ihre hübſche kleine Hand, aber ohne die häßliche Bedingung, die ſo ſehr nach Krämerbuden und Profitchenmacherei ſchmeckt.

Nun denn, ſagte Thervigne lachend,ich will dem vornehmen Herrn Grafen nicht mit ſolchem demokra⸗ tiſchen Geſchmack den Appetit zur Mittagstafel verderben. Hier meine Hand, ich entſage meiner Bedingung und nehme Ihre Miſſion an. Geben Sie mir Ihre Inſtruc⸗ tionen und die Depeſchen, laſſen Sie den Wagen vor⸗ fahren, ich bin bereit auf der Stelle abzureiſen.

Der Himmel ſegne ihren Entſchluß, rief Graf Merch freudig.Ich danke Ihnen im Namen des Königs und der Königin, im Namen Frankreichs. Und nun ge⸗ nug der Worte, eilen wir, alle Vorbereitungen zu treffen, denn nicht bloß Sie, ſondern auch ich habe Eile. Sie wollen abreiſen nach Wien, ich muß nach Quievrain. Begeben Sie ſich auf Ihr Zimmer, mein ſchönes Kind, packen Sie Ihren Reiſekoffer und ruhen Sie ein wenig. Auch werde ich den Haushofmeiſter beauftragen, Ihnen ein