Teil eines Werkes 
3. Theil, Zwei Lebenswege : 3. Band (1860)
Entstehung
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geſicht ab, um von den Geſpenſtern, die dort, nach der Ausſage glaubwürdiger Leute, hauſeten, nicht beunruhiget zu werden. Und dies finſtere, unheimliche Bergſchloß war jetzt die Reſidenz der

Fürſtin Clotilde. Hinter dieſen dicken Mauern

ſollte ſie ihre ſtolzen Träume von Herrſchaft und Freiheit bereuen und beweinen, ihre Luſt nach der Welt, nach dem Glück ertödten.

Kein Ton der Welt, der geliebten, der heiß erſehnten Welt durchdringt dieſe Mauern, und um ſo lauter vernimmt Clotilde die Stimmen, die ewig und immerdar in ihrem Buſen flüſtern, und ihr erzählen von all den Herrlichkeiten und Wonnen, die ſie entbehren muß.

O mein Gott, und nicht eine einzige Vertraute, der ſie dieſe Kämpfe und Leiden klagen darf, nicht ein Geſicht, das ihr mitleidig lächelt, nicht ein Auge, das liebend auf ſie blickt!

Zur beſtimmten Morgenſtunde kommt ihre Kam⸗ merfrau, um nach Ihro Durchlaucht Befehlen zu fragen. Dieſe Kammerfrau iſt eine entſchiedene, begeiſterte Anhängerin des Fürſten Lothar; Clotilde hat es vergeblich verſucht, ſie für ſich zu gewin⸗ nen, ſei es durch Güte und Herablaſſung, oder durch Geld und Geſchenke. Anna hat das Eine wie das Andere mit ehrerbietigem und doch ſtol⸗ zem Schweigen zurückgewieſen, ſie iſt unbeſtechlich.

Iſt Clotildens Toilette vollendet, ſo bringt der Kammerdiener das Dejeuner. Auch ihn darf die