Teil eines Werkes 
1. Theil, Zwei Lebenswege : 2. Band (1860)
Entstehung
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erfaſſen, ſchon fühlte ſie ihre Schulter von rauher 8 Fauſt berührt, und befahl ihre Seele dem Him⸗ mel, als eine laute, mächtige Stimme plötzlich rief:was geht hier vor? Zurück, oder es koſtet das Leben!

Der Fürſt! jauchzte Giſela mit lauter Stimme.

Der Fürſt! murmelte die wilde Rotte, zu⸗ rück taumelnd, und in plötzlichem Schreck aus der Trunkenheit zum Bewußtſein erwachend.

Zetzt machte der Fürſt ſich Bahn durch die Menge, die willig und ſcheu vor ihm zurückwich, denn draußen an der geöffneten Thür bemerkte man Soldaten mit blinkenden Schwertern. Aber minder furchterregend noch däuchte ihnen dies, als das Antlitz des Fürſten, der jetzt, neben Giſela ſtehend, und grell beleuchtet von den Lampen des Kronleuchters mit bleichem, wuthblitzenden Geſicht, mit flammenden Augen nuf die zurückweichende Menge blickte.

Bei Gott, beim allmächtigen Gott, das ſollt Ihr büßen, rief er mit donnerndem Ton, und die, welche ihn kannten, ſahen mit Schrecken die hoch aufgeſchwollenen Adern ſeiner Stirn, ein Zeichen ſeines furchtbaren Zornes. Wie ein Held des Alterthums, jede Sehne zitternd, jede Muskel angeſpannt, Zorn und Verachtung, Haß und Rache

in allen Zügen, ſchaute er mit glühenden, verächt⸗

lichen Blicken auf die Menge, während ſeine kräf⸗ 103