Teil eines Werkes 
1. Theil, Zwei Lebenswege : 2. Band (1860)
Entstehung
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bin nun endlich in meinem Eigenthum! Sieh, das Alles iſt mein, dieſe Divans, dieſe Stühle, dieſe Tiſche, Alles, Alles iſt mein! Es mag altmodiſch ſein und einfach, aber mir erſcheint es ſchön, denn es iſt mein, denn ich kann damit ſchalten und walten! Ach Gott, iſt es nicht ſchöner in einer ſelbſt gebauten Hütte zu wohnen, als in einem Palaſte, der Andern gehört?

Aber Sie werden es vielleicht doch bereuen, mein theuerſtes Fräulein, nicht mehr in dem präch⸗ tigen Hötel der Frau Baronin zu wohnen, wo Alles, was Sie umgab, ſo koſtbar und glänzend war. Ich fürchte, Sie werden hier manche Be⸗ guemlichkeiten entbehren müſſen.

Was denn, Hedwig? Ich vermiſſe nichts! Was werden wir denn entbehren müſſen, altes Mütterchen?

Vorerſt haben Sie keine Equipage.

Aber ein paar geſunde Füße, die mich tra⸗ gen ſollen durch Feld und Wald, über Wieſen und Bäche. Und dann, Hedwig, Du vergißt mein Pferd, meinen lieben, ſanften Henno! Oh, der wird ſich hier weit wohler fühlen, als da drinnen in der Stadt, wo ich immer ſo gravitä⸗ tiſch und ernſt, ſo langſam und zaghaft an der Seite meiner Schweſter, gefolgt von Reitknechten, durch die Straßen reiten mußte! Das Alles iſt hier nicht nöthig! Hier bin ich mit meinem Henno allein, und wir reiten langſam und raſch, toll