Teil eines Werkes 
1. Theil, Zwei Lebenswege : 1. Band (1860)
Entstehung
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zuckend in ungeheurem Lebensſchmerz Dich zu ihren Füßen ſieht! Bedenke, daß Du es gewagt haſt, mich in einem Traumbilde zu ſehen, deſſen Er⸗ innerung ich aus Deinem Herzen reißen will und werde, wenn auch Dein Herz dabei verbluten müßte. Bedenke, daß ich es nimmer dulden werde, vor Dir zittern zu müſſen; ein gefährliches Ge⸗ heimniß mit mir theilen, heißt den erſten Schritt zum Verderben gethan haben. Bedenke dies, und daß ich Dir das Traumbild dieſer Nacht nimmer verzeihen kann. Du haſt den Kampf gewollt, wohlan, er ſoll Dir werden! Hinfort wirſt Du mich überall auf Deinen Wegen finden, überall, wo Du eine Blume des Glückes pflücken möchteſt werde ich da ſein, ſie zu zerſtören; überall, wo Du ierſt möchteſt, werde ich da ſein, Dich zu vertreiben, denn unſere Feindſchaft iſt eine Feindſchaft auf Leben und Tod, und denke nicht, daß ich dies in einer Stunde meines Lebens ver⸗

geſſen werde! Trotze nur auf Deine Unſchuld, eile

nur kühn hinein in die Welt, zeige nur Deine glänzenden Waffen, ſie werden machtlos ſein gegen den Scorpion der Verleumdung, den ich Dir nachſchicken, mit dem ich überall hin Dir folgen will! Und nun, ſagte ſie mit einem höhniſchen Lachen,nun hoffe ich, biſt Du zufrieden mit meiner Aufrichtigkeit. Ich habe Dir offen geſtan⸗ den, daß ich gegen Dich kämpfen werde, ſieh nun zu, wie Du Dich vertheidigen kannſt!