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Die letzten Lebenstage Katharina II : historische Novelle / von L. Mühlbach
Entstehung
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den Großfürſten, und bringſt ihn heimlich hierher nach Petersburg.

Dazu bedarf ich einer ſchriftlichen Ordre Eurer Majeſtät, ſagte Arkarow.

Verhafte erſt die Uebrigen, dann komme wieder, und melde mir, daß es geſchehen. Ich werde Dir dann die ſchriftliche Ordre geben. Nun eile, Arkarow! Dieſe Nacht noch muß Alles vollbracht werden, und morgen werde ich im feierlichen Miniſterrath meinen Enkel, den Großfürſten Alexander, zu meinem Nachfolger ernennen. Geh, Arkarow, und kehre bald zurück!

Sie entließ den Grafen mit einer gnädigen Hand⸗ bewegung und klingelte nach ihrem Kammerherrn.

Wenn Graf Arkardw kommt, ſo darf er ſogleich unangemeldet hier eintreten, ſagte ſie.Bis dahin aber ſoll Niemand, unter welchem Vorwand es auch ſei, mich ſthren. Ich will ſchlafen!

Ja, ich will ſchlafen, murmelte Katharina, als ſie allein war,ſchlafen, um Kräfte zu ſammeln zu dieſer neuen großen That, der letzten vielleicht, die ich zu Rußlands Glück vollenden kann. Nein, Paul ſoll nicht mein Erbe ſein, er ſoll nicht dieſen Thron beſteigen, den ich mit Blut mir erworben habe, den ich vertheidigen will gegen den Sohn, wie ich ihn gegen den Vater vertheidigt habe! Ich ha, was iſt das, unterbrach ſie ſich auf einmal,welch ein ſurchtbarer Schmerz! Mein Kopf, oh weh, weh, mein Kopf!

1859. v. Die letzten Lebenstage Katharina's II. 16