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Jahren meine Qual, meine Marter iſt, welcher mich ſtets an Denjenigen erinnert, den ich auf Erden am Meiſten gehaßt habe, an ſeinen Vater, dieſer Sohn Peter's wird jetzt endlich ſeine Strafe empfangen. Ich werde ihn der Thronfolge für verluſtig erklären! Oh, Dank Dir, Arka⸗ row, Dank Dir, denn Du haſt mir das Mittel gegeben, Rußland zu retten, es den Händen eines Narren zu ent⸗ reißen. Nein, ich will nicht, daß Rußland zu Grunde gehe, denn ich liebe Rußland. Ich bin es, die Rußland groß gemacht, und man ſoll nicht ſagen, daß mein Sohn wieder zerſtören durfte, was ſeine Mutter aufgebaut! Ich kam hierher nach Rußland, arm und ohne Ausſteuer, aber Rußland hat mich mit Liebe aufgenommen, es hat mich zur Kaiſerin gemacht, und ich habe ihm dafür gedankt, wie eine Kaiſerin danken muß. Ich habe mir eine Aus⸗ ſteuer verdient, und dieſe Ausſteuer habe ich Rußland gegeben. Die Krim und Polen, das iſt die Ausſteuer, die ich Rußland ſchenke,“ und jetzt will ich mein Werk voll⸗ enden, jetzt will ich Rußland erretten von den wahnſinnigen Händen, die wieder verſchleudern würden, was ich zuſam⸗ mengebracht. Mein Sohn Paul ſoll nicht den Thron beſteigen, den ich groß gemacht. Er iſt ein Hochverräther, und ich will ihn beſtrafen! Hier iſt der Beweis gegen ihn.“
„Es giebt noch mehr Beweiſe, Majeſtät,“ ſagte
* Katharina's eigene Worte. Siehe: Mémoires sur laRussie. Vol. I. S. 49.


