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Katharina ſtieß einen Schrei der Wuth aus, ihre Hand ballte ſich krampfhaft zuſammen, und ihre Stirn legte ſich in finſtere Falten.„Weiter,“ rief ſie, als Arka⸗ row ſich unterbrach,„weiter! Ich höre! Lies alſo!“
Arkarow las weiter:„Aber Ihr ſollt nicht glauben, daß ich Euch da nur eine willkürliche Summe nenne, daß
ich anklage, ohne beweiſen zu können. Nein, nein, ich will
Euch ſagen, wer dieſe Millionen bekommen hat, und auf welche Weiſe ſie die Großmuth der Kaiſerin unter ihre Favoriten vertheilt hat. Hört nur: Die fünf Brüder Orloff haben erhalten: fünfundvierzigtauſend Bauern und an Ländereien, Paläſten, Edelſteinen und Silberzeug ſieben⸗ zehn Millionen. Waſielitſchikoff, der Gardelieutenant, bekam in zwei Monaten ſiebentauſend Bauern, geſchätzt auf ſechsmalhunderttauſend Rubel, dazu an Paläſten, Brillanten und Silberzeng zuſammen fünfmalhundertund⸗ zehntauſend Rubel an Werth, zuſammen eine Millivn und einmalhundertundzehntauſend Rubel.— Potemkin aber erhielt allein funfzig Millionen,“ die—“
„Still,“ rief die Kaiſerin mit zornblitzendem An⸗ geſicht.„Ich habe genug gehört. Zetzt, Arkarow, jetzt nenne mir den Verbrecher, damit ich ihn ſtrafen, damit ich ihn zermalmen kann.“
„Majeſtät, ich wage nicht, ihn zu nennen, aber viel⸗
*Siehe über die Geſchenke der Günſtlinge: Vis de Catherine II., Imperatrice de Russie. Vol. IHI. S. 452.


