Teil eines Werkes 
11. Theil (1860) Die Künstlerin : Roman / von L. Mühlbach
Entstehung
Einzelbild herunterladen

194

Aha, da kommt er, unterbrach ihn der An⸗ dere,und Haltern mit ihm.

Emilie erhob ſich raſch vom Divan und eilte dem Geliebten entgegen.Wo warſt Du ſo lange? fragte ſie zärtlich, dann aber erſchrak ſie, denn ſie gewahrte die Todesbläſſe ſeines Ge⸗ ſichtes.Biſt Du krank? fragte ſie in der höchſten Angſt.

Er ſchüttelte mit dem Kopf und blieb ſtumm, dann war eine augenblickliche Pauſe, Alles trat näher und ahnte, daß hier eine wunderbare, ſeltſame Scene folgen mußte.

Erlauben Sie, ſagte da plötzlich Carl, und trat einen Schritt näher auf Emilien zu,erlau⸗ ben Sie, daß ich Ihnen meine Ehrfurcht bezeige, Schönſte der Schönen. Ueber den bleichen Freund haben Sie mich vergeſſen.

Wirklich, ich ſah Sie nicht, ſagte ſie, und verwandte kein Auge von Haltern's bleichem Ge⸗ ſichte, der ſie nicht zu ſehen ſchien.

Und doch, mein Fräulein, bringe ich Ihnen eine Neuigkeit, und auch Ihnen, meine Se

Eine Neuigkeit? fragten Alle, und drängten ſich näher heran.

Emilie hatte Ernſts kraftlos herabhängende Hand ergriffen und wollte ſie an ihre Lippen

ziehen. Laß das, ſagte er rauh. Verwundert ſah ſie ihn an.