leicht, lockte ſeine Eitelkeit, vielleicht läßt ſie es ſich gefallen, Deine Geliebte zu ſein, und bleibt Dir, trotz der hochgräflichen Gemahlin.— Ha,
welch ein Triumph,— eine ſchöne Gemahlin, eine ſchöne, berühmte Geliebte!— Ich muß es er⸗
reichen,“ rief er laut, und ſchritt heftig im Zim⸗ mer auf und ab.„Ich muß meine Macht verſuchen; wenn Emilie mich wirklich liebt, wird ſie mir bleiben. Und ſie ſoll mich lieben/ ſo lieben, daß ſie auch dies Opfer mir bringt!“— Seine Bruſt hob ſich höher, ſein Auge leuchtete ſtolzer und ein leichtes, ſiegreiches Lächeln zuckte um ſeine Lippen. —„O,“ flüſterte er,„wenn ich ſie bitte, wenn ich zu ihr flehe, da widerſteht ſie mir nicht! Sie iſt ſo weich, ſo nachgebend in ihrer Liebe!“
Rührte ihn dieſer Gedanke nicht? Regte es ſich nicht wie Mitleid in ſeinem Herzen? War denn keine Stimme, die ihn warnte, nicht ſo das edle, große Herz mit kalter Ruhe zu brechen?— Ach, Eitelkeit und Stolz übertäubten jedes andere Gefühl!
„Ich will zu ihr gehen,“ ſagte er dann und machte ſchnell Toilette.„Ich will liebenswür⸗ dig, bezaubernd ſein, ſie ſoll mich lieben! Und morgen kommt Emilie, und hat ſie mich bis jetzt geliebt, da ſoll ſie mich nun anbeten,— dann wird * mir nichts abſchlagen.— Und nun fort zur
Gräfin!“ Schon griff er nach ſeinem Hute, da rollte
Die Künſtlerin. 12


