Teil eines Werkes 
11. Theil (1860) Die Künstlerin : Roman / von L. Mühlbach
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Aber auch glühend, wie ein Weib, ſagte Solau.Und darum, ſein Sie auf Ihrer Hut, bewahren Sie Ihr Herz, es be⸗ darf nur eines Funkens, um die Pulvermine zu ſprengen.

Ach, bah, ſagte ſie in wegwerfendem Tone, ich wüßte Niemand, der dieſen Funken in mein Herz ſchleudern könnte, denn das verſtehen Sie doch wohl unter der Pulvermine? Solau nickte.Und nun vergeſſen Sie allen Unſinn, den ich eben geſprochen, fuhr ſie ſchnell erheitert fort,und laſſen Sie uns ein Wort über meine Rolle für heute Abend ſprechen. Es iſt das erſte Mal, daß ich in derſelben auftrete.

Und welche?

Herrlich, herrlich, lachte Emilie,einer meiner Verehrer, und weiß nicht, in welcher Rolle ich ihn heute entzücken werde, und ihn den kalten Norden vergeſſen laſſe und ihn unter Italiens glühenden Liebeshimmel verſetze, ſo lautete ja die Stelle in der neulichen Recenſion.Laſſen Sie es gut ſein, fuhr ſie fort, als Solau den Mund zur Entſchuldigung öffnete,Sie ha⸗ ben mir da eine Lehre gegeben, die beſſer iſt, als alle Schmeicheleien. Und wenn heute Abend mich das Heer meiner Bewunderer mit Lob überſchüttet, ſo werde ich ganz ſtill an dieſen Morgen denken.

Meines armen Ludwig's Schickſal beſchäftigte mein ganzes Denkvermögen.