„Niemals,“ rief Carl heftig,„niemals eine andere als—“
„Still, ſtill,“ ſagte Ernſt raſch, und ſchloß dem Freunde mit der Hank die geöffneten Lippen. „ſprich ein ſolches Wort nicht aus. Ich denke, meine Freunde, wir ſind Alle darüber einig, eine Schauſpielerin zur Geliebten zu haben, beugt uns ſchon, ihr unſere Hand zu geben, befleckt unſern Stammbaum, bringt keine Ehre.“
„O Ariſtokrat, Ariſtokrat,“ ſeufzte Baron S. mit komiſchem Pathos.„Die Zeiten ſind vorüber, Tänzerinnen und Sängerinnen ſind Jedem eben⸗ bürtig, können ſogar zur königlichen Tafel gezo⸗
zu erlangen.“
„Möglich, daß Einige dieſe Anſichten hegen,“ ſagte Graf Ernſt, und warf ſtolz den Kopf zurück, „ich aber theile ſie nicht. Ich könnte eine Schau⸗ ſpielerin lieben, nimmer ihr meinen Namen geben. Doch, Freunde, wozu dies Geſpräch, es macht uns ernſt, und wir vergeſſen, daß wir unſer Wie⸗ derſehen feiern wollten. He, Heinrich,“ rief er ſei⸗ nem Kammerdiener,„ſorge für Erfriſchung laß eine Bowle bereiten.“
riefen Alle,„Punſch her, Gläſer, laßt uns anſtößen, laßt uns jubeln,— der Freund iſt wieder da!“
Bald ſaßen ſie um die dampfende Bowle im


