Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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wohlriechenden Waſſern, und parfümirte Handſchuhe, wie ſie damals nur die Franzoſen in ſolcher Vollkom⸗ menheit liefern konnten. Auf den großen mit Sam⸗ met bezogenen Stühlen lagen die reichgeſtickten ſeide⸗ nen Gewänder, welche der König ſich zu den bevor⸗ ſtehenden Feierlichkeiten hatte anfertigen laſſen, und zu deren Goldſtickerei er ſelber die Zeichnungen geliefert.

Auf einer mit reichen Teppichen belegten Eſtrade ſtand das Bett des Königs mit ſeinen ſeidenen mit Spitzen verbrämten Kiſſen und dem goldgeſtickten Baldachin über demſelben. Schlug man den Vor⸗ hang, welcher ſich dicht neben dem Bette befand, zu⸗ rück, ſo trat man in das Badezimmer, deſſen Wände mit reichvergoldeten Spiegeln bedeckt waren, die zu wetteifern ſchienen, um die Geſtalt desjenigen wiederzuge⸗ ben, welcher in dieſem Marmorbaſſin, zu dem man auf einigen Stufen hinabſtieg, ſich baden mochte, oder auf den ſeidenen Polſtern ruhte, die an den Wänden un⸗ ter den Spiegeln umher ſtanden.

Wer hätte glauben mögen, daß dieſe mit ſo viel Raffinerie und üppiger Pracht ausgeſtatteten Räume einen Mann beherbergten, welcher flüchtig und geäch⸗ tet von der Gnade fremder Höſe lebte, und nichts be⸗ ſaß, was er ſein eigen nennen konnte! Wer hätte beim Anblick dieſes weichen üppigen Lagers denken mögen, daß auf dieſen ſeidenen Kiffen das Haupt eines armen

Verbannten, den die Sorge und der Gram wach hal⸗

ten mußten, ruhen ſollte! Aber freilich, Karl Stuart hatte weniger Sorge und Gram empfunden, als man denken ſollte. Er

war nur dann traurig geweſen, wenn er Niemand fin⸗ den konute,

der ihm auf ſein Ehrenwort hin eine

Summe Geldes vorſtrecken mochte, und wenn er irgend jemals Gram empfunden, ſo hatte die Erinne⸗ Karl II. 2.

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