Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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liegt in dem tieſſten meiner Kerker, und büßt mit ualvollen Schmerzen das Verbrechen ihres Ungehor⸗ ſams. Ach, ſie, ein Negerthier, wollte es wagen, meine Liebe zu verſchmähen, ſie hatte den wahnſinnigen Muth, mich aus ihrer Hütte zu ſtoßen und vor dem Angeſicht aller Neger mir Trotz zu bieten!

Verzeihe ihr, Herr, bat der Sclave demuthvoll. Wir waren erſt acht Tage verheirathet, und Janka meinte, es ſei ein Verbrechen, einen Andern lieben zu ſollen außer mir!

Ich bin kein Anderer, ich bin Euer Herr, der Gewalt über Leib und Seele hat, rief der Gouverneur, und darum büßt Janka ihren Wahnſinn im Kerker, und darum hätte ich ſie zu Tode peitſchen laſſen, wenn Dein Flehen nicht mein Herz erweicht hätte. 3

Du verſprachſt mir, Herr, ihres Lebens zu ſchonen, wenn ich Dir treu, gehorſam und mit blinder Erge⸗ benheit dienen wollte!

Ich verſprach es, und ich werde Wort halten. Janka lebt, aber welch ein Leben! In dunkler Kerker⸗ nacht, unter Molchen und Ungeziefer aller Art, vom Hunger faſt verzehrt, der Rücken zerfleiſcht von täglich wieberholten Peitſchenhieben. So lebt Janka, liebſt Du ſie noch?

Oh ſehr! ſchluchzte Taminko mit hervorſtürzenden Thränen.

Und möchteſt Du ſie nicht von ihrer Qual erlöſen, und in Deine Hütte zurückführen?

Ach, dann würde Taminko wieder glücklich ſein! Wenn Janka wieder bei ihm iſt, giebt es kein Unglück und keine Schmerzen mehr!

Nun wohl, ich will Dir ein Mittel ſagen, Janka zu befreien!