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Olga, welche ihren Entſchluß gefaßt hatte, ſuchte ſich in ihrer Gefangenſchaft ſo behaglich, als ſie ver⸗ mochte, einzurichten. Was ſie wirklich plagte, war, daß Evert ihr alle Schreibmaterialien weggenommen hatte, und daß Liſette unaufhörlich in ihrem Zim⸗ mer eine unnöthige Geſchäftigkeit affectirte.
Die freche Naſeweisheit des Mädchens marterte Olga, aber ohne daß ſie etwas davon merken ließ. Sie duldete, daß dieſelbe ſich in ihrem Zimmer nach Belieben zu thun machte und jeden Augenblick auf Alles Acht gab, was Olga vornahm, da dieſe der Meinung war, ſie dürfe ihr nicht das geringſte Hin⸗ derniß in den Weg legen.
„Mit dem beſten Willen von der Welt,“ ſprach Olga bei ſich,„ſollen ſie keinen Grund finden, mich anzuklagen.“
Und dieß war auch die Wahrheit. Liſette hatte niemals Etwas zu rapportiren, und Evert mußte zu ſeinem geheimen Verdruß ſich überzeugen, daß Olga ſich auf keine Weiſe einer Abweichung von ihren Pflichten ſchuldig machen würde. Dieß war jedoch Etwas, das er vor ihr einzugeſtehen ſich wohl hütete; vielmehr lag es in ſeinem Plane, ſeine Frau ſo zu behandeln, als ob ſie ſich eine wirkliche Verirrung n Pfade des Rechts hätte zu Schulden kommen aſſen.
So verfloß etwas über eine Woche. Kurt hatte Olga noch einen Beſuch gemacht; ungeachtet aller Anſtrengungen von Liſette war es vergeblich gewe⸗ ſen, ihn abzuweiſen.
Eines Morgens, während Evert gerade im Be⸗


