Teil eines Werkes 
2. Band (1864)
Entstehung
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und nahm ſeinen Weg von dem Kirchhof herab nach einem der daſelbſt harrenden Wagen.

Erſt als das Geräuſch der davon rollenden Räder ihr hörbar wurde, verließ die junge Frau auf dem Kirchhof ihren Verſteck. Sie näherte ſich dem Grabe, von welchem jener ſo eben hinweggegangen war, und nahm deſſen Platz ein. Die Augen in Thränen ſchwimmend, las ſie die Inſchrift. Es ſtand weiter Nichts da, als: Helfrid Lange, ſammt dem Jahre, in welchem ſie geſtorben. Seit fünf Jahren ruhte Helfrid hier. Somit war ſie noch in dem⸗ ſelben Jahre, da ſie Jacobo die Hand am Altare gereicht hatte, aus dem Leben abberufen worden. Eine Thräne nach der andern rollte der jungen Dame über die Wangen herab. Mit gefalteten Händen lehnte ſie den Kopf an das eiſerne Gitter. Der leidende, qualvolle Ausdruck in ihren Zügen verrieth einen bittern Schmerz.

Es iſt ungewiß, wie lang ſie verſunken in ihre traurigen Betrachtungen, ſtehen geblieben wäre, wenn nicht das Geräuſch haſtiger, raſcher Schritte ſie auf⸗ geſtört hätte.

Erſchrocken blickte ſie nach der Seite, woher die⸗ ſelben kamen.

Ein junger Mann kam auf dem Pfade heran, welcher an Helfrids Ruheſtätte vorüberführte. Als er eben vorbeigehen wollte, warf er einen Blick auf das Kreuz über dem Grabe und machte, als er des darauf ſtehenden Namens anſichtig wurde, Halt.

Die Frau wollte ſich jetzt entfernen; er aber nahm den Hut ab mit den Worten:

Entſchuldigen Sie; weſſen Grab iſt das hier?

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