Teil eines Werkes 
1. Theil (1826) Das Verhängniß / von Fr. Laun
Entstehung
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35.

Schauerlicher noch, als in der Nacht, war der Weg nunmehr aus dem von auſſen ganz un⸗ gewoͤhnlich erſcheinenden Gebaͤude. Bei Arthurs Ankunft hatte die vom Winde ſtark bewegte Fak⸗ kel wenig mehr als den unebenen ſchwankenden Pfad nach den bewohnten Gemächern erhellt. Jetzt, im Dammerſcheine des Morgens, lagen auf beiden Seiten die tiefen, mit Brombeergeſtraͤuch und anderm wilden Gruͤn uͤberwachſenen Gewol⸗ ber vor ihm, wohinunter ein einziger Fehltritt dem gewiſſen Tode zufuͤhrte. Kein Wunder, wenn hier Niemand einen lebenden Menſchen ſuchte.

Arthur machte dieſe Bemerkung, aber der Moͤnch ſagte: Gleichwohl ſind die Beiden, ſo wir eben verließen, nicht die einzigen Bewohner des ſo ſehr verfallenen Hauſes. Im obern Saale lebt noch ein Alter, welcher behauptet, daß ſeine Vorfahren das Haus erbauet, und er darin jung geworden. Und doch beweiſet Alles, daß nur der Verfall deſſelben weit älter ſeyn muß, als die laͤngſte menſchliche Lebenszeit. Vielleicht waͤre es ſchon vor einem Jahrhunderte aus dem jetzi⸗ gen wuͤſten Zuſtande wieder emporgeriſſen worden,

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