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Das Gerucht ſolcher Gewaltthaten bewog die hochempoͤrten Herzoge von Lancaſter und York nach London zu kommen und ihren Neffen, den König, deshalb zur Rede zu ſtellen Richard, hauptſächlich die Verbindungen des erſtern fuͤrch⸗ tend, deſſen Toͤchter auf den Koͤnigsthronen Spa⸗ niens und Portugals ſaßen, ließ ſich, nach man⸗ cher Unterhandlung, beſonders durch die Dazwi⸗ ſchenkunft der Vorſteher der Reſidenz, zu dem Verſprechen bewegen, von nun an einzig den viel⸗ erfahrnen, einſichtsvollen Johann von Gaunt, Her⸗ zog von Lancaſter, zum Rathgeber zu waͤhlen, und nichts zu thun, bevor er nicht ſeine Mei⸗ nung daruber eingeholt hätte.
Statt aber dieſer Zuſage nachzugehen, han⸗ delte der Koͤnig, nach den Einfluͤſterungen ſeiner ſchlechten Vertrauten, eigenmaͤchtiger und gewalt⸗ thaͤtiger als zuvor. Grauſam genug, zwang er die Gemahlin des auf ſeinen Befehl zu Calais er⸗ wuͤrgten Herzogs von Gloceſter, mit ihrem Sohne und beiden Toͤchtern, bei ihm zu leben, muthete auch ein Gleiches dem Sohne des enthaupteten Grafen Arundel zu, und als einſt ein Ritter des


