Part 
2. Theil (1826) Das Verhängniß / von Fr. Laun
Place and Date of Creation
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image

67

menſchlichem Fußtritte! Meint ſolch Geſindel, daß mein Koͤnigsarm zu kurz ſey, ſie zu erreichen und zu zermalmen, wo und wie ſie ſich vielleicht gegen mich verſammeln? Armſeliger Ameiſenhaufe! Mei⸗ ner Bogenſchuͤtzen bedarf es kaum erſt zu deiner Zerſtoͤrung. Das alſo war es, was die beiden Buben geſtern Abend ſo aufſpreizte? Kein Wun⸗ der, wahrlich, wenn ſelbſt Koͤnigstraͤume durch ſolchen Knabenunſinn ausarten, wie der meinige in voriger Nacht. Was andres lag ihm wohl zum Grunde, als das Uebelwollen der zwei jun⸗ gen Schlangen? Denkt euch, lieber Vetter, mir traͤumte, ein Theil der Großen meines Reichs ſtehe um meinen Thron; aber ſtatt der Ehrfurcht, welche dem Koͤnige gebuͤhrt, ſpricht Spott und Stolz und Uebermuth aus allen Geſichtern. Da nehme ich zufaͤllig wahr, daß mein Sitz kein Thron iſt, ſon⸗ dern ein gemeiner Seſſel, und daß mir Purpur, Krone und Scepter fehlen. Mein Zorn will da⸗ nach rufen, allein die Stimme verſagt mir. Da wollen Auge und Fauſt den Koͤnigs⸗Ornat herbei drohen. Doch ſtatt dem Befehle zu genuͤgen, he⸗ gen ſie ſichtbar boͤſe Abſicht gegen meine Perſon. Und das fruchtloſe Streben, aufzuſchreien, ängſtet mich von Neuem und ich erwache dann in 5*