Teil eines Werkes 
2. Theil (1826) Das Verhängniß / von Fr. Laun
Entstehung
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11.

Die vor Schrecken ganz erſtarrte, junge Koͤ⸗ nigin, bis dahin umſonſt ermahnt, einen Platz zu verlaſſen, wo ſo wenig Heil ſich erwarten ließ, hatte vielleicht den Kelch des Leidens nur ganz austrinken wollen. Denn jetzt verlangte ſie auf der Stelle nach Windſor zuruͤck. Der Quell der Worte ſchien ihr voͤllig verſiegt.

Erſt da, wo die Bewaffneten im Walde ihrer harreten, rief ſie aus: Wollte doch Gott, daß ich bei ihm wäre, bei meinem Gemahle! Gern wuͤrde ich ihn begleiten auf ſeinen Heereszuͤgen, ohne Klage jede Gefahr des Krieges theilen mit ihm! Dort waͤre ich gewiß wenigſtens mehr an mei⸗ nem Platze, als hier. Denn unter Tigern, wie die, ſo ich heute ſah, deren wilde Geberden und Laute mir zur Qual Tag und Nacht vorſchweben

werden, iſt ja, wahrlich, noch weniger Sicherheit.

Der Hauptmann der Bogenſchuͤtzen, ein be⸗ jahrter Krieger, der mehrere ſtarke Spuren von Hieben feindlicher Schwerter im Geſichte trug, ritt nicht weit von ihr. Ihre Rede und ihr

Schluchzen ging ihm zu Herzen, und er ſprach:

Wenigſtens ſo lange, gnädige Koͤnigin, koͤnnt ihr auf