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Fürſtinn heute, von einer einzigen ältlichen Dame begleitet, mich an—„Sie ſehen, daß meine gan⸗ ze Seele ſich mit dieſem Gegenſtande beſchäftigt, daß ich zu dem Künſtler, deſſen guter Genius Aſtern in 6 Sterne umſchuf, Vertrauen habe! Hat ihr grö⸗ ßeres Bild mich tief erſchüttert, ſo mußte der Aſterkranz auf dem kleinern mein Erſtaunen auf's höchſte ſteigern! Wie erfuhren Sie, oder— wie Alfonſine von einem Geheimniſſe, das ich bis jetzt, als ein Vermächtniß der innigſten zärtlichſten Freund⸗ ſchaft, allein zu bewahren geglaubt habe.“ Ich war um Worte verlegen. Das ganze Glück meines Herzens ſtand vielleicht jetzt auf dem Spiele! wie hätt' ich nicht zagen ſollen? „Kommen Sie“— fuhr die Fürſtinn fort und trat, weit von der Hofdame weg, in ein Fen⸗ ſter—„ich will zuerſt das Geheimniß brechen;
Offenherzigkeit. Ich hatte eine Geſpielinn, eine Freundinn meiner Jugend, die längſt Aſche, ewig in meinem Herzen leben wird! Mariane konnte in einem unbewachten Augenblicke ſtraucheln, aber— ach! die Unglückliche hat mit ihrem ſchönen Leben dafür gebüßt! Wenige Wochen vor ihrem Tode, da ich ihr zum Zeichen meiner Liebe einen Strauß von Roſen in ihren Verbannungsort ſandte, erhielt ich dieſe Zeilen zur Antwort.“
Die Fürſtinn nahm bey dieſen Worten aus ei⸗
dann doch wenigſtens hoff' ich von Ihnen gleiche


