260
ihr zunächſt ſtehenden Damen, in einer Anwand⸗ lung von Ohnmacht, in die Arme.
15.
Ich fand es wegen des übelbefindens der Für⸗ ſtinn für ſchicklich, mich zu entfernen. Doch noch war ich nicht bis zur Thüre gelangt, als ſie ſich er⸗ hohlte und mit einer, vielleicht nur in dieſem Stan⸗ de möglichen Beherrſchung ihrer ſelbſt, mir zu bleiben befahl.
„Haben Sie ſelbſt dieß Bild gemahlt?“ fragte ſie, indem ihre Blicke noch wie ungewiß im Zim⸗ mer herum ſchweiften.
„Ja, gnädigſte Frau!“
„Wie ait ſind Sie2“
„Fünf und zwanzig— dieß Bild kein halbes Jahr!“
„Unmöglich!*— Sie trat mehrere Schritte zu⸗ rück und fuhr dann, nur zu mir gewandt, leiſe und ernſt fort:„Sind Sie ein Caglioſtro? das Hriginal dieſes Portraits iſt vor ſechzehn Saheß⸗ verſtorben.“
„Verzeihung, Ihre Durchlaucht!— antwor⸗
tete ich—„das Hriginal lebt!“
„In Ihrer Erinnerung vielleicht*“— fragte ſie etwas heftiger.—„Sie ſahen die Dame viel⸗ leicht als ein Knabe? Sie— doch nein! wie könn⸗ te das zugehen?*
„Nur einige Züge ſind hier der ſogenannten
—,—


