257 Aber hier ſcheint es, als fänge irgend ein Unſtern über mir immer mehr und mehr zu walten an. Auch der kleinliche Neid meiner Kunſtgenoſſen ſcheint gegen mich zu erwachen. Die von mir ausgeſtellten Gemälde haben größern Beyfall gefunden, als ich erwartete. Deſſen ungeachtet, oder vielleicht eben darum, hat man, als der Hof die Ausſtellung be⸗ ſuchte, meine Heilige auf der Wolke aus dem We⸗ ge zu ſchaffen gewußt, und entſchuldigt dieß mit ei⸗ nem Befehle des Fürſten, der übrigens meine Jagdſtücke kaufen wolle. Man ſagt, es ſey in meinem Phantaſiebilde
eine Ahnlichkeit entdeckt worden, welche die Für⸗
ſtinn erſchüttern könne— aber mit wem, außer mit Alfonſinen, kann ich eben ſo wenig erfahren, als errathen. Das Ganze iſt offenbar nur ein Vor⸗ wand, um mich nicht empor kommen zu laſſen. Man hat öffentlich geurtheilt, man glaube auf dem Bilde eine himmliſche Erſcheinung zu erblicken. Das iſt nun freylich einem und dem andern unerträglich, der bereits ſich ſelbſe oder einem ſeiner Elienten die erledigte Stelle bey der Akademie beſtimmt hat— Mögen ſie doch!
Alfonſine verlangt von mir Nath, was ſie thun ſoll. Ihr Vater meint, ſie ſolle ſich doch nicht zie⸗ ren; an den Herrn Mahler, der übrigens recht hüb⸗ ſche Vögel zeichnen könne, ſey als Mitwerber um ſie, bewandten Umſtänden nach, gar nicht zu denken!
Morgenden Abend wünſcht die Holde, im Er⸗


