Druckschrift 
Erzählungen von Friedr. Laun, Carl Streckfuß, Gustav Schilling und Friedr. Kind
Entstehung
Einzelbild herunterladen

255 erhoͤhet das Geiſterartige noch mehr; ein Mondre⸗ genbogen, den ich vor kurzem in der Natur, gera⸗ de über Alfonſinens Kloſter, erblickte, wölbt ſich unter der Wolke.

Zum nächſten Geburtstage der Fürſtinn hoffe ich dieſe Bilder mit ausſtellen zu können; bis da⸗ hin darüber werdet ihr doch nicht zürnen, wenn der Jagdklepper zu Zeiten den im Forſthauſe, wo nicht genoſſenen, wenigſtens an die Krippe geſchrie⸗ benen Hafer wieder wittert?

11.

Alles, was wir befürchteten, iſt gegründet, Alfonſine ſchreibt mir mit Thränen, daß ihre Hand von der Fürſtinn dem Bellamy, der in großer Gunſt bey ihr ſtehe, beſtimmt ſey. Braun hat ſeiner Toch⸗ ter gerade herausgeſagt, er halte ſie zu vernünftig, um an irgend eine Weigerung zu denken. Sie ſelbſt verſichert, der Fürſtinn den größten Theil ihrer Bildung und viele andere Weohlthaten zu verdanken zu haben, und iſt in Verzweiflung. Was ſoll ſie thun? was ſoll aus mir werden? Alfonſinen zu verlieren, ſie mir zu erhalten, eins ſo gut, wie das andere, ſteht nicht in meiner Macht.

Dem Bellamy ein wenig den Hals zu brechen, oder Alfonſinen zu entführen, wäre freylich nicht eben ſchwierig und ſie ging mit mir! ja ſie ging! Aber was würdet ihr dazu ſagen?