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Erzählungen von Friedr. Laun, Carl Streckfuß, Gustav Schilling und Friedr. Kind
Entstehung
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zu gehen und ihm das Lockere meines Verhältniſſes mit dem Baron Kleinau, durch die Geſchichte, wie ich hineint athen, zu entdecken. Denn, auch die Möglichkeit, daß der Verhaftete ein Anderer, als dieſer vielleicht nur angebliche Baron ſeyn könne, verſchwand, indem ein überaus rechtlicher und Wahrheit liebender Mann, der mit dem Po⸗ zeydierector in Einem Hauſe wohnte, das Zeng⸗ niß gab, daß er dem nähmlichen Baron, als Ge⸗ fangenem, dieſen Morgen auf der Treppe begeg⸗ net war.

Ich ging und kam bey Polizeydireetor an. Letz⸗

terer, der, wie ich im Vorſaale hörte, einen Gaſtfür

den Abend hatte, ließ mich in ein Nebenzimmer wei⸗ ſen, wo er bald darauf ſelbſt erſchien. Um ſo kurz als möglich zu ſeyn, fing ich ſogleich

nEin gewiſſer Baron Kleinau iſt, wie ich eben erſt gehört habe, in der vorigen Racht verhaftet wor⸗ den. Ich kann nicht bergen, daß ich darüber um ſo mehr erſchrocken bin, weil er den Abend zuvor mit mir zugebracht hat, und die Verbrechen, deren ihn das Publirum beſchuldigt, deßhalb auch auf mich einen Schatten werfen könnten.

Von Verbrechen, ſagte der Polizeydirector, nachdem er mir, der ich ziemlich laut geſprochen ha⸗ ben mochte, mit Mienen und Geſten Stillſchwei⸗ gen auferlegt hatte, von Verbrechen iſt durchaus keine Rede. Ein Gewehr, welches man bey dem Ba⸗ ron entdeckte, hat unfehlbar die Veranlaſſung zu ei⸗