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Ihr verdient. Wer hieß Euch denn die Geliebte dieſes Narren in euren mächtigen Schutz zu nehmen? Was wollt Ihr denn nun mit dieſer Leiche anfangen?«
„Das iſt meine Sache, Mylord. Lebend gehörte Lady Wentworth Euch, wenn ſie in eure Hände gefallen wäre. Sie iſt aber todt und ich hoffe, daß Niemand mich hindern wird, ſie ihrer Familie zurückzugeben.«
»Ich wenigſtens werde Euch daran nicht hindern— ja ich will ſogar, wenn Ihr es wünſchet, Befehl geben, daß man Euch eine Tragbahre bringe. Ich glaube, daß ich mich dadurch meinem Freunde Chiffinch nicht unangenehm machen werde.*
Suſanne gab zu verſtehen, daß ſie das Anerbieten des Oberrichters annehmen würde und er hob mit zweideutigem Lächeln wieder an:
»Wenn Ihr Euch derPflichten eures übergroßen Mitleids entledigt habt, können wir, wenn Ihr es wünſchet, mit einan⸗ der nach den Grafſchaften des Weſtens abreiſen wohin ich mich von hier ſofort begebe. Ich weiß, daß ich mich auch meinem Freunde Perch Kirke nicht unangenehm machen werde, wenn ich Euch dorthin zurückbringe.«
»Nehmet Euch in Acht, Mhlord!« rief Suſanne mit zornfunkelndem Blick.
„Ihr bleibt alſo in London. Dann ſehe ich, daß von euren beiden Geliebten Chiffinch es iſt, dem Ihr den Vorzug gebt— das heißt heute.*
Der flüchtige Blitz, welcher in Suſannens Augen leuchtete, verwandelte ſich in ein verzehrendes Feuer und Fitzgerald's furchtbare Schweſter trat dicht vor Jeffreys hin und rief mit vor Zorn bebender Stimme:
Der Tiger von Tanger. VI.


