Teil eines Werkes 
[3. Band] (1858)
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dafür, daß ich geduldig bin, und wenn meine Zeit mir immer ſo viel eingebracht hätte, ſo befände ich mich gegenwärtig nicht mehr in der elenden Stellung, in der ich bin. Uebrigens iſt die Ausſicht, bald Sacriſtan der Capelle von Saint⸗James oder von Whitehall zu werden, eine ſehr gute und warum hat ſie ſich mir eröffnet? Weil ich mich dazu verſtanden habe, ein wenig zu warten, ehe ich dieſe Platte über dieſen Sarg befeſtige. Mylord Zeffreys iſt weder ſo höflich noch ſo freige⸗ big geweſen, wie Mr. Chiffinch. Der Oberrichter ſagte ganz einfach mit ſeiner groben Stimme zu mir: Ich verbiete Dir, Martins den Sarg des Hingerichteten eher in ſeiner Gruft zu verſchließen, als bis ich komme! Was wollen ſie aber nun Alle hier machen? Wollen ſie ſich vielleicht von dem Tode des guten Herzogs überzeugen? Sie können ruhig ſeyn. Ketch hat viel zu gut gearbeitet, als daß man in dieſer Beziehung etwas zu fürchten brauchte. Ah, da kommen Leute!«

Der Sacriſtan drehte ſich herum und ſah in der That zwei ganz ſchwarz gekleidete Damen, welche außerordent⸗ lich langſam auf ihn zukamen. Ein Mann ging neben ihnen her.

Es waren Lady Wentworth und Suſanne von Hutchins begleitet. Die Irländerin führte ihre Begleiterin, welche tau⸗ melnd mit vorwärts geneigtem Haupte, glanzloſem Auge, kaum noch das Gefühl des Daſehns bewahrend, ſich nur durch die gewaltige Anſtrengung des Willens der Liebe einher⸗ ſchleppte.

»Hier ſind wir in der St. Peterscapelle, meine theure Lady,« ſagte Suſanne;»wir ſind zur Stelle.«

»Wo iſt er?s fragte Henriette wie Jemand, der plötzlich aus dem Schlafe emporfährt.