e Unter den Steinplatten.
Obſchon die St. Peterscapelle im Tower zu London in einem der großen Jahrhunderte der gothiſchen Architektur, un⸗ ter der Regierung Eduards I., eines Zeitgenoſſen des heil. Ludwig, erbaut worden, ſo bietet ſie doch nichts Bemer⸗ kenswerthes dar, weder in Beziehung auf ihre Geſtaltung, noch hinſichtlich ihrer Verzierungen. Die Vorſtellung, die man, nachdem man ſie beſucht, davon mit hinwegnimmt, iſt die einer armſeligen Einfachheit und traurigen Nacktheit.
Der dürftige Anblick dieſer Gruft ſtimmte jedoch mit ihrer traurigen Beſtimmung vollkommen überein.
Wenn das ſchöne prachtvolle Schiff der Weſtminſterabtei wie ein Pantheon die Aſche der berühmteſten Söhne Englands birgt, ſo ſcheint dagegen das kalte Gewölbe der St. Peters⸗ capelle die ſterblichen Ueberreſte der größten Verbrecher und der beklagenswertheſten Opfer ſeiner Geſchichte mit düſterem Ingrimm zu bewachen.
Auf dieſen Richtplätzen der Revolution und politiſchen Umgeſtaltungen ſind von Jahrhundert zu Jahrhundert die blutigen Ueberreſte von Männern begraben worden, welche im Kriege, im Parlamente, am Hoſe geglänzt, oder von Frauen, welche durch ihre Schönheit, ihre Leidenſchaften oder die
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