12¹
„Paul!.. Herr Deligny... wie grauſam Sie ſind! Ach, laſſen Sie mich hoffen, daß Sie glücklich ſein werden!“
„Und Sie, Madame, Sie wollen ſich in eine dunkle Zufluchtsſtätte begraben?“
„Ja, ich wollte, wir hätten die Poſt dahin ge⸗ nommen; allein aus alter Gewohnheit konnte Herr Jenneville ſich nicht dazu entſchließen; er miethete einen Hauderer und dieſem verdanken wir, daß wir hier zurückgehalten ſind. Die Wohnung, in der wir künftig leben wollen, iſt weit von der Welt entfernt und ſagt mir deßhalb nur um ſo mehr zu. Welches Vergnügen könnte ich jetzt mitten unter gleichgültigen und leichtſinnigen Weſen finden, die die Neigungen des Herzens nur in's Lächerliche ziehen können! Die Einſamkeit wird für mich Reize haben; ich kann mich ganz nach Belieben meinen Erinnerungen überlaſſen, denken und träumen von dem... und denen, die ich nie mehr ſehen werde.“
„Und Juliette? wollen Sie ſie auch nicht mehr ſehen? Werde ich durch ſie nicht wenigſtens erfahren, wie es Ihnen in Ihrem neuen Wohnort geht?“
„Ich werde oft an Julietten ſchreiben, und ihr
Alles ſagen, was ich treibe; ſie hat mich darum ge⸗
beten. Wenn Sie ſie ſehen, ſo können Sie von ihr manchmal von mir hören.“
„Ol ich werde ſie ſtets aufſuchen. Ach, das wird mein einziges Glück ſein! Mit ihr wenigſtens kann ich von Ihnen ſprechen, kann ihr meine Gedanken, meine Schmerzen mittheilen; ſie zwingt mich nicht zu


