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jeden Tag mehr Geld. In der That entlehnte ſie nur bei Jenneville; ſie wollte ihm Alles zurückgeben, wenn ſie einen angeblichen Prozeß gewinnen würde, der nie anhängig geworden war.
Jenneville hielt keine Ordnung, er haßte alles Rechnen und ebenſo das Sparen; gewohnt, alle ſeine Phantaſien zu befriedigen, war er durchaus nicht gewohnt, ſeine Ausgaben nach ſeinen Einnahmen zu richten. Dem ſchon durch ſeine eigenen Thorheiten in der Klemme Befindlichen hatte der Bankerott Blagnards den Todesſtoß verſetzt; aber nun hatte er, ſtatt ſeine Ausgaben zu mäßigen, verkauft, entlehnt, und ſelbſt durch das Spiel ſeine Verluſte zu erſetzen verſucht. Mehr als je von Frau von Remonde eingenommen, von der er ſich angebetet glaubte, wollte er ihr nichts abſchlagen, in der Ueberzeugung, daß ſie eines Tags ihre Güter, von denen ſie ihm unaufhörlich vor⸗ ſchwatzte, wieder erhalten, und ſie dann mit ihm theilen werde.
Aber bald, nachdem er für ſie Bürge geworden war, glaubte er ihr geſtehen zu können, daß er ſelbſt ſich in Verlegenheit befinde und Geld nöthig habe. Er wünſchte, ſie möchte ihm etwa zwanzigtauſend Franken von den ſechszigtauſend, für die er Bürge geworden, leihen; die ſchöne Herminie antwortete auf dieſes Verlangen Jenneville's nur mit einem verächtlichen Lächeln. Sie ſagte ihm, daß er ein ihrer Liebe unwürdiges Ungeheuer ſei und drehte ihm den Rücken zu. Nun begann Jenneville an der außeror⸗ dentlichen Zärtlichkeit ſeiner Herminie zu zweifeln,


