Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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zu kurz als zu lang. Ich nehme Abſchied und ent⸗ ferne mich dießmal vergnügter, als das erſte Mal Ich hatte alſo Unrecht, zu verzweifeln.. Aber bei der Liebe braucht es ſo wenig, uns wieder Hoff⸗ nung zu machen.

Vierzehn Tage verfließen. Ich kam oft zur Frau Luceval und habe das Glück gehabt, mehrere Mal allein bei ihr zu ſein... Ich machte jedoch in meiner Liebſchaft keine Fortſchritte, aber, wie ich glaube, in ihrer Freundſchaft, und das iſt immer Etwas. Nie ſchienen ihr meine Beſuche läſtig; ſie ſieht mich immer mit Vergnügen. Wir beobachten ſchon weniger den ceremoniellen Ton; denn bei liebenswürdigen Leuten legt man viel ſchneller das ſteife Weſen ab. Die an⸗ muthige Auguſtine verlangt immer, ich ſolle ihr er⸗ zählen, was ich gethan und Neues in der Welt ge⸗ ſehen habe; ſie horcht mit einer Aufmerkſamkeit, die mich entzückt, auf mich, wenn ich von mir, meinem täglichen Leben, meinen Freunden und von den Leu⸗ ten, die ich gerne ſehe, mit ihr rede. Manchmal muß ich ihr die unbedeutendſten Einzelnheiten nochmals erzählen.. Iſt dieſe Luſt, womit ſie mich anhört, nicht ein Beweis von den Fortſchritten, die ich über ihr Herz gewonnen habe?... Ich ſchmeichle mir im Stillen damit.

Einmal vergaß ich mein Verſprechen; als ich ihre ſo zärtlichen, milden Augen betrachtete, entſchlüpften

mir einige Worte von Liebez alsbald machte ſie eine

ernſthafte Stirne und unterbrach mich mit den Wor⸗ ten:„Herr Deligny, ſoll ich böſe über Sie werden?