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Marie Henriquez Morales : Erzählung / Grace Aguilar. Frei bearb. u. mit e. Vorw. vers. von J. Piza
Entstehung
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Nicht lange ſollte er in Ungewißheit harren, denn ehe noch der Tag ſich neigte, ließ ihn Iſabelle zu einer Privataudienz entbieten. Sie fühlte, daß es gerathener war, den jungen, ritterlichen Kämpen über die volle Wirklichkeit der Verhältniſſe aufzuklären, als länger Hoff⸗ nungen zu nähren, die doch nimmer erfüllt werden konnten.

Thor, der ich war, rief Stanley, von dem ſchmerz⸗ lichen Eindruck der vernommenen Mittheilungen über⸗ wältigt,daß ich jemals einen andern Ausgang hoffte! Sie konnte Hoffnung, Freude, ja ſelbſt das Leben opfern, aber nicht den Glauben ihres Volkes, der ſie geheimniß⸗ voll, wie mit Zaubergewalt, in Bande ſchlug. Königin, fragte er in leidenſchaftlicher Haſt,Ihr habt ſie darum nicht in Elend und Leid geſchickt, nicht den ſtrengen Dienern unſerer heiligen Kirche übergeben?.... Das konntet Ihr nicht!

Gewiß nicht, erwiederte Iſabelle.Doch durften wir Dir ihre Hand nicht gewähren, da ſie hartnäckig in ihrem Unglauben verharrte. Uns aber iſt eine harte Buße für unſere Schwäche auferlegt worden, denn ſchwer haben wir durch unſere Läſſigkeit im Glauben geſündigt und darum der Kirche unſer heiliges Wort verpfändet, Alles aufzuwenden, um dies verworfene Ge ſchlecht mit ſeinem fluchwürdigen Irrglauben von unſerem

Reiche fern zu halten. Nur dem unglücklichen Weibe, dem ich Schutz verſprochen hatte und das zitternd zu meinen Füßen um Schonung flehte, die letzte Bitte ver⸗ ſagen das vermochte ich nicht!

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