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Marie Henriquez Morales : Erzählung / Grace Aguilar. Frei bearb. u. mit e. Vorw. vers. von J. Piza
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gläubige zu bekehren, aber mit dem ſtrengſten Ernſte forderte er die Anwendung der rückſichtsloſeſten Härte, wenn milde Ermahnung hartnäckig zurückgewieſen würde. Nachdrücklich hob er hervor, daß, wenn ein eifriger Katholik, wie Don Ferdinand Morales, ein Weib aus einem von Gott verworfenen Geſchlechte ehelichen und den Dienſt des ſchwärzeſten Unglaubens in ſeinem Hauſe dulden konnte, nur noch das Mittel der heili⸗ gen Inquiſition übrig bliebe, um die Söhne Spa⸗ niens fortan vor unheiligen Verbindungen zu bewah⸗ ren. Und als Iſabelle ihn zweifelnd anblickte und von der Schonung ſprach, die man einem durch körper⸗ liche Leiden und Schickſalsſchläge gebeugten Weibe ſchul⸗ dete, fragte er ſie voll bittern Vorwurfs, ob nicht jede Rückſicht ſchweigen müßte, wenn es gälte, die Kirche vor Befleckung und Verfall zu ſchützen, ob es nicht eine gnädige Fügung Gottes geweſen, daß Morales und Mariens Ehe kinderlos geblieben, und ob nicht endlich ohne ein energiſches Auftreten der Kirchenge⸗ walt, die edelſten Geſchlechter des Landes in Unglau⸗ ben und Ketzerthum verſinken würden, da ruchloſe Mütter, von der ſündhaften Nachſicht ihrer Gatten begünſtigt, die Seele der Kinder mit fluchwürdigen Irrlehren verpeſteten?

Dieſer Beweisführung wußte Iſabelle nicht zu widerſtehen. Sie verſprach— nicht ohne den ge— heimen Nebengedanken, durch Arthur zu erreichen, was vielleicht der Ueberredung der Prieſter mißlingen würde