VI.
Nur eine Woche brachte Ferdinand Morales im Ce⸗ dernthale zu. Lange ſchon hatte er die Abſicht gehegt, um Marie Henriquez zu werben, aber die Stürme des Krieges hatten ihm nicht erlaubt, an die gemüthlichen Freuden des Hauſes zu denken. Jetzt, nach geſchloſſenem Frieden, eilte der jugendliche Held ungeſäumt in das ge⸗ liebte Thal, um die Gewährung des langerſehnten Glückes von Marien zu erflehen. Er wollte, wenn ihm ſeine Bewerbung gelungen, nach zwei Monaten zurückkehren, um ſich erſt heimlich nach den Gebräuchen ſeiner Glau⸗ bensbrüder zu vermählen, bevor die Trauung vor den Augen der katholiſchen Welt vollzogen würde.
Aber wie verändert fand Ferdinand Alles! Marie ſprang ihm nicht, wie früher, in kindlicher Freude ent⸗ gegen; ſie war ſtill und ernſt und ſchien ſeiner Begegnung auszuweichen. Henriquez ergriff nicht mehr ſeine Hand, um ihn durch die neuen Thalanlagen zu führen— ein bleicher, zitternder Greis ſtand vor ihm, der die Freude des plötzlichen Wiederſehens kaum zu tragen vermochte.
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